Orientierung im Monitoring-Markt zunehmend wichtiger

von Stefan Evertz am 25.07.14 um 9:58 Uhr |

goldbach_interactive_toolreport2014Neben der eigenen Website auch im Social Web aktiv zu sein ist für ein Unternehmen heutzutage eher die Regel als die Ausnahme – gerade bei Facebook und immer mehr auch bei Twitter. Entsprechend wächst der Bedarf an Tools, die im Bereich Social Media Monitoring und Social Media Analytics unterstützen, fast ebenso schnell wie der Monitoring-Markt selbst, was die Toolsuche nicht gerade erleichtert. Erfreulicherweise haben die Schweizer Social Media Experten von Goldbach Interactive vor vier Jahren begonnen, regelmäßig Tools zu evaluieren. Vor wenigen Tagen haben sie nun die vierte Auflage ihres jährlichen Goldbach Interactive Monitoring Toolreports veröffentlicht.

Die Anforderungen an die Tools sind dabei im Alltag oft ebenso unterschiedlich wie die konkreten Ziele der Unternehmen. So geht es im Bereich Social Media Analytics vor allem darum, die Aktivitäten auf den eigenen (und fremden) Social Media Kanälen zu messen, zu dokumentieren (z.B. Follower-/Fanentwicklung) und auch zu optimieren (z.B. „Best time to post“, welche Post-Typen sind besonders erfolgreich). Social Media Monitoring soll dabei helfen, im gesamten Social Web (also auch in Foren, in Blogs, etc.) relevante Gespräche, Websites und Influencer zu identifizieren. Selbst wenn Ziele und Strategie eines Unternehmens im Bereich Social Media bereits festgelegt wurden (was leider auch heute noch oft genug nicht der Fall ist), bleibt die Suche geeigneter Tools ein mühsames Unterfangen.

Denn allein die Zahl der Tools macht eine Recherche schnell schwierig. Während Goldbach Interactive 2011 noch mit 31 Tools begann, liegen sie aktuell bei 300 Tools, die in die Evaluation einbezogen wurden. Und auch wenn die Zahl nicht weiter exponentiell ansteigt, wird doch deutlich, dass es immer wichtiger wird, zumindest eine grobe Orientierung im Monitoring-Markt zu ermöglichen. Oder wie Goldbach Interactive es selber beschreibt:

Die Grundlage jeder Strategie ist eine Standortbestimmung und kontinuierliche Beobachtung relevanter Kennzahlen. Das gilt auch den Bereich Social Media: Ohne seine Online-Reputation zu kennen und zu verstehen, welche Social-Media-Kanäle für die eigene Industrie die wichtigsten sind, kann ein Unternehmen seine Strategie nicht definieren.

Die Social Media Evolution beginnt mit dem Zuhören und Analysieren: Social Media Monitoring ist eine wichtige Grundlage aller Social-Media-Aktivitäten. Kein Wunder also, dass sich 2013 bereits über 300 Monitoring-Anbieter auf dem Markt positioniert hatten. Die große Auswahl an Tools und stetige Weiterentwicklung des Markts macht es Unternehmen nicht einfach, das für sie passende Tool zu finden.

Die Bedeutung solcher Reports wird auch von den ausgezeichneten Anbieter wahrgenommen, wie z.B. vom Luxemburger Anbieter Talkwalker:

Anna Witek Jedes Unternehmen und jeder Nutzer hat andere Bedürfnisse, für die es ein passendes Tool gibt. Bei der Vielfalt an Anbietern im Bereich Social Media Monitoring und Analytics ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Tests und Reports wie der von Goldbach Interactive bieten Kunden eine gute Übersicht über das Angebot auf dem Markt und damit auch Hilfestellung bei der Entscheidung. Dass wir zum zweiten Mal in Folge vorne mit dabei sind, freut uns natürlich ungemein – und spornt uns gleichzeitig an, Talkwalker noch weiter zu verbessern.

Anna Witek, Market Manager DACH, Talkwalker

Natürlich hat Talkwalker auch über den Toolreport gebloggt.

Auch Brandwatch (zum vierten Mal in der Shortlist) äußert sich dazu im Blog:

Die Social Media Monitoring Landschaft ist auch 2014 nicht übersichtlicher geworden. Welches Tool erfüllt meine Anforderungen? Welcher Anbieter bietet die genauesten Daten? Die Schweizer Agentur Goldbach Interactive versucht diese und andere Fragen mit ihrem jährlichen Tool-Test zu beantworten. Dieser gibt einen Überblick über Stärken und Schwächen der Vielzahl von Monitoring-Anbietern. Dazu wurden über 300 Tools intensiv getestet, um vergleichende Aussagen zu Kriterien wie Quellenabdeckung, Benutzerfreundlichkeit oder Datenqualität treffen zu können.

Eine fortlaufend ergänzte Liste von Blogartikeln zum Toolreport findet sich übrigens drüben im MonitoringMatcher.

Die folgenden 8 (bzw. 7) Anbieter wurden im Toolreport als Top-Performer eingestuft, d.h. als die jeweils Besten in den acht Kategorien:

  • Kategorie „Search Capabilities“: Digimind
  • Kategorie „Source Type Coverage“: Synthesio
  • Kategorie „Earned Media Analytics“: Radarly
  • Kategorie „Engagement & Owned Media“: Engagor
  • Kategorie „CRM-Functionalities“: Meltwater Buzz
  • Kategorie „Reporting & Alerting“: Talkwalker
  • Kategorie „Performance & Data Volume“: Brandwatch
  • Kategorie „Usability“: Engagor

Die Shortlist, d.h. die Runde der Top 15-Tools, enthält auch die folgenden sieben Toolanbieter: Sysomos, BrandCare, Echobot, TrendyBuzz, Webfluenz, Web Observer 3.0 von Cogia, DataChamp24 von Ethority und web2monitor von Infospeed.

Dem Fazit des Toolreports ist fast nichts mehr hinzuzufügen:

Die Evaluation der besten Monitoring Tools ist ein umfangreiches Unterfangen, da jedes Tool andere Schwerpunkte setzt und scheinbar gleiche Funktionen nicht unbedingt eins zu eins verglichen werden können. Daher gilt es auch für Unternehmen die Angaben von Anbietern zu hinterfragen und mit den eigenen Anforderungen abzugleichen.

Alle in den Top 15 bewerteten Tools können für den professionellen Einsatz empfohlen werden. Da jedes Unternehmen jedoch anderen Herausforderungen gegenübersteht, empfehlen wir die Ziele für den Einsatz eines Tools zu priorisieren, um das für das eigene Unternehmen passendste Tool zu finden. Am besten funktionieren die Bewertung und der Vergleich von Tools durch eine Testphase.

Denn eine konkrete Auseinandersetzung mit einer reduzierten Auswahl von Tools kann auch ein solcher Toolreport nicht ersetzen – der ausführliche Test durch das Unternehmen ist durch nichts zu ersetzen. Aber ein solcher neutraler Toolreport kann auf wichtige Aspekte hinweisen und auch bei der Auswahl behilflich sein. Andere „objektive“ Ressourcen wie z.B. Medienbewachen (derzeit temporär offline), Somemo.at und der MonitoringMatcher (Achtung: eigenes Projekt) können dabei ebenfalls helfen.

Hier noch die Erkenntnisse des Toolreports (lesenswert wegen der Methodik und weitere Details) als ausführliche Infografik:

Toolreport14 Monitoring Tools

Ein Gedanke zu „Orientierung im Monitoring-Markt zunehmend wichtiger

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