Digitale Event-Kommunikation (Session #cosca16)

von Stefan Evertz am 27.06.16 um 9:54 Uhr |

barcamp digitale event-kommunikation netzwerken meeting conferenceSeit mehr als 10 Jahren organisiere ich diverse Veranstaltungen, u.a. mehr als 30 BarCamps und mindestens so viele andere Events, bei denen die digitale Event-Kommunikation immer wichtiger geworden ist. Über meine Erfahrungen habe ich beim Content Strategy Camp 2016 in Darmstadt eine Session gehalten und dabei vor allem vier SEHR wichtige Elemente herausgearbeitet und auch nachfolgend in einer SlideShare-Präsentation zusammengefasst.

Im Kern geht es darum, für erfolgreiche digitale Event-Kommunikation (vor allem vor und nach der Veranstaltung) die vier Zutaten des „SEHR-Rezepts“ zu berücksichtigen

  • S = Storytelling
  • E = E-Mail (und mehr Push)
  • H = Heimat
  • R = Redundanz

Vier Erfolgsfaktoren für digitale Event-Kommunikation

Storytelling meint dabei, rund um eine Veranstaltung einzelne Informationen und Details zu identifizieren, die dann gute Kommunikationsanlässe bieten – gerne auch mehrere / viele. Zum einen kann man so die Informationen für Teilnehmer und Interessierte in kleine, gut verdauliche Häppchen zerlegen. Zum anderen kann man so kontinuierlich einen Spannungsbogen hin zur Veranstaltung spannen und sowohl den Event als auch dessen Thema / Themen immer wieder neu zu aktivieren. Die Teilnehmer werden so noch besser auf die Veranstaltung eingestimmt und gerade bei einem BarCamp kann so auch die Beteiligung der Teilnehmer erhöht werden (durch Sessions, etc.)

E-Mail (und mehr Push) steht dabei für den auch 2016 noch wichtigsten Kommunikationskanal im Veranstaltungsbereich. Denn die E-Mail stellt weiterhin den größten gemeinsamen Nenner im gesellschaftlichen Querschnitt dar. Zudem bekommt z.B. ein angemeldeter Teilnehmer via Newsletter neue Informationen direkt in sein Postfach (Push). Die Person muss so nicht darauf setzen, dass sie rechtzeitig auf der Website, bei Twitter oder Facebook die Neuigkeiten abruft (Pull). Darüber hinaus bekommt „Push“ auch sonst immer mehr Bedeutung – gerade am mittlerweile selbstverständlichen Smartphone sind entsprechende Elemente (WhatsApp, eigene Event-Apps) immer wichtiger, um zum potenziellen Teilnehmerkreis weiterhin durchzudringen.

Heimat ist die Metapher für die „eigene“ Plattform, die immer im Zentrum der Event-Kommunikation stehen sollte. Das wäre normalerweise die eigene Website, besser noch das eigene Blog. Denn so hilfreich Event-Seiten bei Xing Events, Eventbrite und gerne auch bei Facebook sind – sie sollten immer nur die „Außenstellen“ einer Website sein, die der Veranstalter kontrolliert und im Zweifelsfall auch mit eigenen (Zusatz-)Informationen und Angeboten (Newsletter, etc.) anreichern kann.

Redundanz ist die Antwort auf den zunehmenden Information overload, den wir tagtäglich beobachten können. Unzählige Facebook-Posts, Tweets, Mails und andere Informationshappen wollen verarbeitet werden und rutschen doch oft zu schnell aus dem Fokus. Noch vor einigen Jahren reichten einige wohldosierte Tweets, um in wenigen Stunden eine dreistellige Zahl kostenpflichtiger Tickets für ein BarCamp loszuwerden. Das klappt heute immer schlechter, da die einzelnen Hinweise immer mehr untergehen. Insofern wird Redundanz immer wichtiger: Wenn ein potenzieller Teilnehmer den Hinweis auf einen Event nicht bei Xing mitbekommen hat, dann aber vielleicht bei Twitter, Facebook oder eben per Mail-Newsletter. Dabei kann es sein, dass nur 5-10% der Personen einen Event bei Facebook sehen, die ihn NICHT vorher schon bei Xing und Twitter gesehen haben (zumindest theoretisch). Aber genau diese kleinen „Randmengen“ werden eben immer wichtiger und summieren sich nach und nach eben auch auf – nennen wir es einfach Social Event Optimization 😉

Soviel also zum inhaltlichen Rahmen – hier die Präsentation, die bei Slideshare abrufbar ist:

Und wie immer gilt: Anmerkungen? Fragen? Immer gerne – z.B. unten per Kommentar 😉